Ihr solltet den Majdan noch besuchen.
So wurde uns vor unserm Kiew-Besuch angeraten. Als wir ankommen, ist Marjana zunächst erstaunt. Von dem großen, leeren Platz, den sie in Erinnerung hat, ist nichts zu sehen. Einige Imbiss- und Andenkenbuden versperren den Blick und den Weg.
Doch das währt nur kurz. Dann stehen wir vor Palettenwänden mit Stacheldraht und Mauern aus Reifen. Dahinter Zelte.
Schritt für Schritt kommen wir weiter ins Gelände der ukrainischen Volksproteste vom Jahreswechsel hinein, tauchen wir tiefer ein in die Atmosfäre der dramatischen Tage vom Februar diesen Jahres. Zum Glück hat man vieles stehen gelassen. Zelte, Kücheneinrichtungen, Barrikaden liegen da, als seien sie eben erst verlassen, als könnten ihre Bewohner jederzeit zurückkehren. Dazwischen Bilder der Ermordeten, Kerzen, Mahnrufe.
Und dann stellen wir fest: Der Majdan lebt!
In vielen Zelten der Regionen sind noch einige Menschen da. Sie mahnen und protestieren weiter. Denn auch wenn Putins Helfershelfer im ukrainischen Präsidentenamt gehen musste, Putins Krieg gegen die Ukraine geht weiter. Die ukrainische Armee wirbt um Freiwillige.
Das gibt der ganzen Atmosfäre des Platzes eine bedrückende Aktualität. Während der anderthalb Stunden, die wir dort beim ersten Mal verbringen, spielt die ganze Zeit eine einsame Trompete. Sie ist auf dem ganzen großen, noch vom Autoverkehr frei gehaltenen, Platz zu hören.
Ich habe selten einen so würdigen Umgang mit einer so schwierigen Situation gesehen, wo Trauer und Entschlossenheit gleichgewichtig ihren Platz haben.
Wir zeigen euch im folgenden viele Bilder, die Trompete hört ihr mit eurem inneren Ohr.
Ihr solltet den Majdan noch besuchen.
PS: Während wir heimgehen, sehen wir, dass in diesen Tagen ein Film über den „Majdan“ in die Kinos kommt. Er rührte bei den Filmfestspielen in Cannes zu Tränen – und wird hoffentlich auch in die deutschen Kinos (und Herzen) kommen.
Die Filmemacher am 6. März (!) zur Situation: „Wir stehen auf der Türschwelle zu einem neuen Krieg, einem Krieg zwischen zwei brüderlichen Völkern. Und initiiert wird dieser verhinderbare Krieg von hochrangigen Politikern. Sie werden sich selbst nicht unters Messer begeben…“
Ich glaube, wenn mehr Deutsche mal hier wären, dann würden sie gern einige Zeit höhere Gaspreise bezahlen, wenn dadurch dem russischen Putler das Handwerk gelegt werden könnte.
Einige Zelte der Regionen. Hier wechselten jeweils die Besetzungen.
Städte aus dem Osten. Auch Menschen aus Donezk waren hier.
Putler weg!
Das russische Volk und das ukrainische Volk sind Brüder!
Der Neonazi Putin ist ein Eiterpickel auf dem Körper Russlands.
Verzeiht uns, Brüder!
Aufschrift in Ukrainisch und Russisch: Ein Land
Auch alle ukrainischen Fernsehsender bringen dieses Symbol.
Und das folgende haben wir hier als Sticker gefunden. Ausdrücklich zum Herunterladen und Weitergeben!










