„Sie müssen aber Handschuhe anziehen!“ Die durchaus freundliche Stimme der Verkäuferin ertönt zu spät. Soeben habe ich mein letztes Brötchen in der Tüte verstaut, natürlich Plastetüte. Dazu soll ich nun also auch noch einen der daneben liegenden Plastehandschuhe nehmen, um sauber die Brötchen zu angeln. Ich beschließe,…
… diesmal nachzuhaken. „Warum eigentlich?“ Es wäre „obligatorio“. Aha. Mein Hinweis auf den Haufen Plastemüll, der so dauernd entsteht, verwandelt ihr Gesicht in ein Fragezeichen. Sie versteht wirklich nicht, was ich will.
Ortswechsel. Wir sind in der Pilar. Die größte Kirche von Zaragoza, in der die Virgen als Pilar verehrt wird. Frage mich niemand, was das ist, man muss es hier nicht verstehen; die Virgen ist sowieso omnipräsent.
Eine große Kirche, voll Barock. Ganz in der Mitte eine extra Kapelle, hell beleuchtet. Vorn rechts ist SIE. Ein kleines, kaum erkennbares Figürchen, unten mit einem riesigen weißen Rock mit goldenen Verzierungen umgeben. Zu ihr hin kommt man, natürlich, nicht. Aber, Kinder haben eine Chance. Rechts hinter der Säule anstellen, dann nimmt der rotgewandete Ministrantenjunge dein Kindlein an die Hand (oder, falls es noch nicht laufen kann, auf den Arm) und bringt es zur Pilar. Dort darf dein Kindlein die Pilar -nein, nein, nur ihren riesigen Rock- küssen (ob das Baby auch küsste oder nur dahin gehalten wurde, entzog sich meinem Blick). Du stehst derweil vor der Balustrade und kannst dein Foto von diesem Vorgang schießen. Dein Kind wird zurückgeführt, das nächste bitte.
Aber ich, denkst du,… Ja, du kannst auch. Fast. Du gehst dann mal auf die Hinterseite. Ein kleines Löchlein, ein Kniebänklein. Oben drüber steht mit großen Lettern, dass auch Papst Johannes Paul II. schon hier war und es gemacht hat. Hinknien, ins Löchlein greifen und, für ganz Mutige, küssen! Die Jungfrau auf den Arsch. Fast.
Hygiene?
(Ich könnte den Beitrag noch fortsetzen mit der Beschreibung von Männertoiletten, wo es meist darum zu gehen scheint, das Klo gerade NICHT zu treffen. Aber ich will es dir, lieber Leser ersparen.
Es ist schon immer wieder erstaunlich, worauf wann und wie Wert gelegt wird. Oder eben nicht.)