Reiseerfahrungen – Lebenstipps 3

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 Lass dich sehen in deinem Besonderssein!

imageWir fallen auf auf unserer Tour. Schon durch die großen Rucksäcke. Ob wir durch die Stadt gehen oder auf der Strandpromenade, die Blicke wenden sich uns zu. Verstecken ist unmöglich. Also schreiten wir mutig aus. Am Anfang vielleicht etwas zu mutig. Aber allmählich gewöhnen wir uns daran. So sind wir eben jetzt.
Manchmal werden wir darauf angesprochen.

Eh, hombre, dein Rucksack ist ja größer als du!, schallt es von einem haltenden Motorrad herüber. Wir wechseln einen freundlichen Blick.

Anderswo entspinnen sich Gespräche: Was für Rucksäcke! Wo kommt ihr her? Ach, ein ganzes Jahr seid ihr unterwegs!… Wir merken, unsere Rucksäcke, unser Besonderssein bringt uns in Kontakt.
Dass es uns sogar richtig helfen kann, erfahren wir in Schazk. Wir haben eben der freundlichen Fischverkäuferin für den Fisch von gestern gedankt, der war wirklich lecker. Nun stehen wir mit unseren Rucksäcken an der Haltestelle der Marschrutka. Da ertönen Rufe: Hallo, hallo! Die Fischverkäuferin sah uns stehen und kommt nun, um uns mitzuteilen, dass dies für unsere Marschrutka (nur für diese!) die falsche Haltestelle ist, und sie führt uns zur richtigen. Die ist ohne Haltestellenschild, wir hätten unsere Marschrutka verpasst. Wir danken ihr.

Sich zu zeigen, ist nicht einfach. Man outet sich. Macht sich angreifbar. So haben viele es gelernt. Dass man dadurch auch interessant wird, dass dadurch Individualität sichtbar wird, dass dadurch Kontakte entstehen, wurde den meisten nicht beigebracht. Manche versuchen es auf Krampf. Da ist der Hippie, der nackt mit gespreizten Beinen am Strand sitzt und, wenn jemand kommt, etwas auf seiner Gitarre rumschrubbt. Oder die alte Nicht-Mehr-Schönheit, die auf ihren 20cm Absätzen mühsam vorwärtsstakt, immer an ihrem Mini zuppelnd, der ansonsten die Arschbacken freigibt.
Nein, das meine ich nicht.
Es geht um das Stehen zu sich selbst. Auch öffentlich! Jeder von uns kann das Leben nur so leben, wie er oder sie es selbst versteht. Und das ist in Ordnung so. Und das darf auch gezeigt werden.

Du bist in deinem Sosein besonders – und das darf auch sichtbar sein!