Empfängnis

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Wir sind dafür. Zumindest bei der Wahl unserer Unterkunft.

Die haben wir gefunden in La Línea de la Concepción. Das ist jene Linie von Verteidigungsanlagen, die der spanische König Felipe V. vom Jahre 1730  an errichten ließ, um hier die Engländer garstig zu empfangen, falls sie sich von Gibraltar herunter weiter aufs spanische Festland wagen sollten.

Heute ist La Línea eine Art Vorstadt für Gibraltar, die Reste der Verteidigungsanlagen gammeln vor sich hin ebenso wie der Stadtpark und manch andere  Gebiete. Ein langer Playa wirkt trostlos und gab ab und an Gerüche von Abwasser von sich. Unser Weg führte uns bis in den alten Fischerdorfteil. Armut und Trostlosigkeit waren überall greifbar.

imageGehen wir -mitten über die Landebahn des Flugplatzes- nach Gibraltar. Sofort ein völlig anderes Bild: Shopping Mall Main Street mit einem Haufen Menschen (Wo kommen die her?). Doch nach 1 km sind, noch ehe wir uns dessen bewusst werden, die Geschäfte plötzlich weg – und die Menschen auch. Außer uns geht niemand zu Fuß auf den berühmten Affenfelsen von Gibraltar. Wir bewundern allein eine alte Batteriestellung mit 2 Kanonen, wenige 100 m weiter ist eine nächste für die Touristen. Doch außer der Inschrift gibt es nur 2 Aussichtsterassen. Und die ersten Affenexemplare. Es riecht nach Zoo. imageGerade nach oben, wieder an irgendeiner alten Verteidigunsmauer entlang (Was wir Menschen für Energie in Kriegsanlagen gesteckt haben! Ganz Gibraltar lebt in jahrhundertealtem Eroberer- und Verteidigungsstolz.), führt eine Treppe. 40 m über uns rutscht ein Affe fröhlich auf dem Bauch das Treppengeländer runter. Der nächste sitzt auf der Mauer, wo wir vorbei müssen. Es klappt. Kurze Pause auf dem folgenden Absatz. Durchatmen. Plötzlich ein heftiger Schlag auf meinen Rücken – und ehe ich’s begreife sitzt der Affe auf der Mauer vor mir, mich als Sprungbock benutzt habend. Na toll! Mit dem nächsten Affen fauche ich mich dreimal an, ich gewinne. Die letzten zwei sitzen direkt auf der Treppe und lausen sich . Der Mann, der runter will, kneift 3 m davor. Wir schleichen, den Rucksack als Schutzschild vorm Bauch, todesmutig vorbei. Geschafft! Oben lauern noch mehr. Wir haben’s satt und treten nach einem kurzen Blick auf die Ostseite des Felsens den Rückzug an.

Erst als wir uns ganz sicher in affenfreiem Gebiet wähnen, trauen wir uns, eine Essenspause zu machen.  Es glückt. Weiter abwärts gehen wir an den nächsten Kanonen vorbei und – den nächsten Affen. Im Angesicht dieser Gefahr gelingen uns trotzdem noch schöne Fotos.Línea Markt Aber es reicht für heute. Schnell wieder zurück auf die spanische Seite. In La Línea scheint die Sonne. Wir genießen den Café con Leche.

Was bleibt diesmal von Gibraltar in Erinnerung? Affen, olle Kriegsanlagen und Gestrüpp.