Bekenntnis

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Ich hasse Hunde, mehr als je zuvor.

imageDas muss jetzt mal so klar gesagt sein. Und ich weiß, jeder, der öfter und lange zu Fuß wandernd unterwegs ist, wird mich verstehen. Es gibt kaum noch einen Winkel unserer herrlichen Welt, wo man vor diesen Viehchern Ruhe hat.Du baust dein Zelt auf der Anhöhe eines wunderschönen Tales auf. Freust dich auf eine gute Nacht. Falsch gedacht! Spätestens mit einsetzender Dämmerung hörst du wildes Kläffen. Weils so toll ist, fallen andere Hunde mit ein. Das Tal dröhnt – bis weit nach Mitternacht. Es wird die pure Erschöpfung sein, die offensichtlich dann sogar mal Hunde ergreift.

Weiterhin gibt es diese kleinen Scheißköter. Gucken dir aus ihrem Hofeingang blöde nach. Kaum bist du drei Meter weg, springen sie urplötzlich auf, kreischbellen mit sich überschlagender Stimme los und hoppeln hektisch um deine Beine herum. Du musst aufpassen, dass du ihnen nicht auf die Pfoten trittst. Drehst du dich kurz um, sind sie schnell wieder paar Meter weg und machen sich fast ein. Ich war manchmal kurz davor, so ein Exemplar mit kräftigem Tritt über seine Mauer zurückzubefördern. Es muss eine Art von Restanstand gewesen sein, der mich selbst nach dem siebenten Dorf und dem 41. solchen Hof noch daran gehindert hat.
imageDann sind da die Kampfmaschinen. Du gehst in der Kleinststadt auf dem dafür gedachten Fußweg müde dahin, neben dir eines dieser typischen mit Koniferen zubehangenen Grundstücke. Da fliegen plötzlich hundert Kilo Lebendgewicht durchs Grün und knallen mit wütendem Bellen 50 Zentimeter neben dir an den Drahtzaun. Dir steht das Herz still, dein Ohr ist taub. Und deine Nase steht im Gestank aus der Schnauze dieses Untiers.
Ich bin für die Einführung von Reisepistolen.

Weitere Beispiele gefällig?
Wir sitzen in Córdoba auf einer Bank am Fluss, essen etwas. Da saust ein weißer Riesenköter auf uns zu. Nein, er hält nicht an. Ehe wir reagieren können ist unser Brot weg. Alles! 50 Meter weiter steht seine Besitzerin und tut so, als ob sie mit ihren hilflosen Worten irgendeinen Einfluss auf das Vieh hätte. Näher kommt sie nicht. Muss ich also wohl erdulden. Wieso eigentlich?

Wieso dürfen Hunde ihre dicke Wurst auf den Gehsteig und in jedwedes Gelände scheißen und an alle Autos und Bäume pinkeln?
Wieso dürfen diese Viehcher dauernd Vorübergehende erschrecken? Dürfen dich einfach anspringen? Dürfen sinnlos ruhestörenden Lärm verursachen?
Wenn ich das gleiche machen würde, wie würde meine (menschliche) Umwelt darauf reagieren? Auch lächelnd oder schulterzuckend?
Wieso muss ich den Gehsteig verlassen, nur weil die entgegenkommende fette Dame ihre drei(!) Hunde nicht an die kurze Leine bekommt?
Und ist es noch normal, wenn eine andere auf dem Boden rutschend brav die mindestens zehn Würste ihrer drei Köter einsammelt? (ein Anblick, köstlich!)
Wozu brauchen Menschen so ein hässliches Röchelschwein mit eingedrückter Schnauze (interessanterweise sind die dazugehörigen Besitzer meist smart aussehen wollende junge Herren oder Damen)?

Nach meinen Ausführungen höre ich jetzt schon die Einwände:
Es gäbe doch auch liebe Hunde und nützliche. – Ja, die gibt es. Ich habe auf der Reise schon zwei davon gesehen.
Es seien doch die Menschen, die einen Hund zu so einem schrecklichen Wesen verziehen. – Ja, das wird wohl so sein. Dann muss ich mein Bekenntnis vom Anfang verändern:
Ich hasse Hundebesitzer.
image(Die wenigen, die es schaffen, aus ihrem Hund ein liebenswertes Wesen, einen wahren Freund des Menschen, zu erziehen -unter ihnen mein Freund Daniel mit seiner tollen Niebla- mögen mir verzeihen.)